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Tunnelbegehren - Viel Dichtung wenig Wahrheit

Stadtrat Dr. Helfried Reuther

Seit einigen Tagen läuft in der Stadt unter der Überschrift „Welterbe erhalten durch Elbtunnel am Waldschlößchen“ ein Bürgerbegehren. Mit der Fragestellung „Sind Sie dafür, dass die Elbquerung am Waldschlößchen in Form eines durchgängigen Tunnels anstelle der begonnenen Kombination aus Brücke und Tunnel gebaut wird?“ soll dem Dresdner suggeriert werden, dass Brücke und Tunnel quasi austauschbar sind, d.h. ohne Probleme vom Brücken- zum Tunnelbau umgeschwenkt werden kann.

Schaut man sich die von den Initiatoren des Bürgerbegehrens und insbesondere die vom sog. Fachrat Dresdner Welterbe, wer immer dies auch sein mag, herausgegebenen Informationen an, stellt man leider sehr schnell fest, dass es sich hier eher um Desinformation handelt, dass dem Dresdner hier ganz viel Dichtung und ganz wenig Wahrheit untergejubelt werden sollen. Eine fundierte Abwägung ist jedenfalls mit diesen sog. „Fakten“ nicht zu treffen.

Beginnen wir mit einem wirklichen Fakt: Ein Tunnel am Waldschlößchen ist technisch grundsätzlich realisierbar. Das ist aber auch schon alles, mehr Wahrheiten sind nicht zu finden. Der Wahrheitsgehalt der weiteren Aussagen ist schon erheblich geringer und geht an vielen Stellen gegen Null:

Da wird tatsächlich behauptet, ein Tunnel ließe sich ohne Baustopp an Stelle der Brücke bauen. Es wird weiterhin behauptet, das Welterbekomitee sei zu der Auffassung gelangt, dass nur unterirdische Querungsmöglichkeiten mit dem Welterbe vereinbar seien. Und schließlich wird behauptet, hinsichtlich des Trassenverlaufs und der Gradiente seien beim Tunnel gegenüber der Brücke nur geringfügige Planänderungen erforderlich, hinsichtlich der Beteiligung der Träger öffentlicher Belange ergäbe sich grundsätzlich keine neue Sachlage. Die für den Tunnel zusätzlich erforderlichen Kosten werden mit ca. 2 bis 29 Millionen Euro angegeben.

All diese Behauptungen sind unrichtig und sollen den Dresdnern ein falsches Bild vorspiegeln:

Einen Beschluss oder eine entsprechende Aussage des Welterbekomitees gibt es nicht. Die Unesco hat in Christchurch keinen Automatismus „Brückenbau = Titelverlust“ beschlossen, sondern ihr diesbezüglicher Beschluss lautet: “…to delete the property from the World Heritage List, in conformity with Paragraphs 192-198 of the Operational Guidelines, in the event that the construction of the bridge has an irreversible impact on the outstanding universal value of the property…”, d.h. den Titel nur dann zu streichen, wenn der Brückenbau den außerordentlichen Wert des Elbtals irreversibel beschädigt. Von einem Tunnel keine Rede! Und dass eine Beschädigung des Elbtals durch die Brücke nicht erfolgt, dafür steht der neue Brückenentwurf der Gruppe um den Dresdner Ehrenbürger, Herrn Burger.

Änderungen des Trassenverlaufs und insbesondere der Gradiente, der Verkehrswirksamkeit sowie Eingriffe in Natur und Landschaft wären so schwerwiegend, dass auf jeden Fall ein neues Planfeststellungsverfahren erforderlich wäre. Es gibt keine planfestgestellte Tunnelvariante, wie von den Initiatoren suggeriert wird. In einem neuen Verfahren, das wieder Jahre dauern und das mit Sicherheit wieder mit Klagen belegt würde (auch wenn drei Naturschutzverbände erklärt haben, nicht gegen einen Tunnel zu klagen, es gibt noch 21 weitere nach Bundesnaturschutzgesetz anerkannte Vereine, die klagen können), wären neben vielen anderen die Probleme mit dem Grundwasser bei einem Bau unter dem Elbbett neu zu untersuchen. Schließlich geht es nicht einfach um eine Tunnelverlängerung sondern um ein völlig neues Tunnelbauwerk im Gewässerbett der Elbe unter einem Schifffahrtsweg, das großflächige Veränderungen von Grundwasserströmungen durch eine tiefe Sperre (den Tunnel) im Kiesgrund des Elbtales nach sich ziehen und Auswirkungen auf die Grundwasserverhältnisse mit wiederum entsprechenden Auswirkungen auf Flora, Fauna, Bauwerke usw. haben würde. Probleme des Hochwasserschutzes beim Bau in offener Bauweise werden gar nicht erst erwähnt.

Die Bauleistungen für die Brücke sind vergeben und mit den Arbeiten zum Brückenbau ist begonnen worden. Schadenersatzforderungen der Firmen, die sich aus der Änderung des Vorhabens ergeben, werden bei den Finanzen überhaupt nicht angesetzt, pauschal werden „Entschädigungs- und Umbaukosten“ mit 6 Mio. Euro angenommen, für eventuelle Mehrkosten wird Herr Minister Tiefensee als Quelle angegeben. In der Presseerklärung der Initiatoren ist übrigens sogar zu lesen: „Der Waldschlößchentunnel … verursacht der Stadt Dresden und dem Land Sachsen keine Mehrkosten.“

Der Gipfel der Unverfrorenheit zeigt sich beim Umgang der Initiatoren mit Radfahrern und Fußgängern. Hier wird einfach auf die Nutzung des Busverkehrs und der nahe gelegenen Fähre verwiesen, d.h. klare Einschränkung gegenüber der Brücke. Und laut ADFC gäbe es schließlich auch Radfahrertunnel in Deutschland. Das ist richtig, aber von einem zusätzlichen Radfahrertunnel ist auch keine Rede. Dass eine Verknüpfung des ÖPNV (Straßenbahn/Bus) am Waldschlößchen mit einer Tunnellösung unmöglich ist, wird im Übrigen ganz verschwiegen.

All diese Falschdarstellungen, Weglassungen und Ungereimtheiten wird die Bürgerinitiative in den nächsten Wochen erklären und richtig stellen müssen. Wir sind sicher, dass die Dresdner sehr genau hinhören, sich nicht für dumm verkaufen lassen werden und merken, dass diese Initiative nur eines will, nämlich mit Scheinargumenten den Bau der Brücke, aber auch jedes anderen Bauwerks an dieser Stelle verhindern. Wir sind überzeugt, dass sich das die Dresdner nicht gefallen lassen werden.

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Unter www.wsb-info.de kann das aktuelle Baugeschehen mittels Webcam beobachtet werden.
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  Meine Meinung

Frank Schreier, Dresden, Ich war von Anfang an ein Befürworter der Waldschlösschenbrücke und freue mich, dass die Demokratie gesiegt hat.

  Meine Meinung

Ute Herzer, Dresden, Brücken gehören in eine Stadt. Ich freue mich schon jetzt auf den wunderbaren Blick von der Brückenmitte aus auf die DD-Silhouette.

  Meine Meinung

Jörg Reutler, Dresden-Johannstadt, Da sind also die grün/roten Brückenverhinderer mal wieder vor Gericht mit ihren hanebüchnen "Argumenten" gescheitert - gut so.

  Meine Meinung

U. Aloé, Dresden, Haben sich die Grünen eigentlich schon mal mit dem Wasserbau an und in der Elbe beschäftigt?

  Meine Meinung

Steffi Walser, Rottenburg, Liebe Brückenbauer, auch im Süden Deutschlands verfolgen wir das heimatliche Geschehen weiter und hoffen sehr, dass die Brücke bald steht.

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