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Leserzuschrift zu den Leserzuschriften von Frau Regina Rülcker und Herrn Christian Stichel in den DNN vom 23./24.2.08

von Dr.-Ing Wilfried Pschenitzka

Es drängt mich als Bauingenieur, der über sein Berufsleben planerisch tätig war, zu einer sachlichen Richtigstellung von immer wieder in Leserzuschriften geäußerten Meinungen, es läge zu einer Elbtunnellösung eine der Brückenlösung gleichwertige, ausgearbeitete Planung vor – wie z.B. in den Leserzuschriften von Frau Rülcker und Herrn Stichel kundgetan. Wenn bautechnische Laien – wie ehrbare Musiker, Poeten, Blumenhändler – aus der gleichen Darstellungsweise und Buntheit und aus den gleichen Maßstäben von Plänen schließen, es läge die gleiche Planungstiefe für Brücke und Elbtunnel vor, ist dieses Missverständnis verzeihbar, solange sie mit solchen Falschmeldungen nicht als Meinungsmultiplikatoren wirksam werden. Bevor sie dies zu tun beabsichtigen, sollten sie fundierten Ingenieursachverstand einholen, um sich nicht dem berechtigten Vorwurf der Volksverdummung auszusetzen. Wo der Ingenieursachverstand in geballter Form vorliegt – wie bei der Ingenieurkammer – sollte man ihm Vertrauen schenken können und ihn nicht leichtfertig der Lüge bezichtigen, auch wenn einem die Positionierung der Ingenieurkammer in der Sache nicht passen mag.

Zur Versachlichung der unsäglichen Streitdiskussionen bitte ich Folgendes zur Kenntnis zu nehmen:
In den Planungsprozess zur Bauvorbereitung einer großen Maßnahme, wie es die vorgesehene Elbquerung – unabhängig in welcher baulichenen Gestalt – nun mal ist, sind der öffentliche Auftraggeber (Bauherr), beauftragte Ingenieurbüros, beteiligte Dritte (z.B. Umwelt-, Wasser- u. Schifffahrtsbehörden), Spezialplaner (z.B. für Verkehrssicherheit, Schallschutz und Grundwasser), von der Baumaßnahme Betroffene, Prüfingenieure, Planfeststellungsbehörden, Bauausführungsfirmen und jede Menge Juristen termin- und ablaufgerecht einzubinden. Im engeren Sinn werden als Planung unkorrekterweise häufig nur die Leistungen der Ingenieurbüros gesehen, die in Planungsstufen erarbeitet werden und auf deren Zwischenergebnisse die anderen Beteiligten im Planungsprozess warten, um ihrerseits aktiv werden zu können. Der Planungsprozess ist eine Kette von Gliedern, die regelmäßig von den verschiedenen Beteiligten so herzustellen sind, dass das vorangegangenen Glied fertiggestellt sein muss, bevor das nächste in Arbeit gehen kann. Dieser Ablauf ist durch deutsches Planungs- und Baurecht erzwungen und hat – auch wenn man seine Langwierigkeit oft bedauert – durchaus seinen Sinn. Zudem sind bei einer Baumaßnahme dieser Größenordnung nach Europäischem Recht europaweite Ausschreibungen zunächst für die Planungsleistungen, später für die Bauleistungen erforderlich- Teilprozesse, die erhebliche Fristen in Anspruch nehmen.

Für die Elbbrückenlösung am Waldschlösschen ist der gesamte Planungsprozess mit Vorlage der baureifen Ausführungsunterlagen weitgehend abgeschlossen. Er hat eine Zeitspanne von 11 Jahren in Anspruch genommen. Das ist nicht außergewöhnlich: Auch für die Weseruntertunnelung im Zuge der B 247 betrug die Zeitspanne von Planungsbeginn bis Verkehrsübergabe unter wesentlich einfacheren Randbedingungen (außerstädtisch) 12 Jahre.

Für eine vollständige Elbtunnelplanung wurde vom Bauherrn bisher kein Planungsauftrag erteilt, sondern nur für die Erarbeitung einer Studie (Vorplanung einer Lösung ohne Varianten mit einer Kostenschätzung). Eine solche Studie stellt nicht mehr als das allererste Kettenglied des Planungsprozesses dar. Sie macht von der vollständigen Ingenieurbüroleistung etwa 7 % aus, von der vollständigen Leistung aller an der Planung Beteiligten etwa 4 %. Die beauftragte Studie diente dem überschlägigen Nachweis grundsätzlicher Machbarkeit einer Elbtunnellösung einschließlich einer Kostenschätzung im Vergleich zur vorliegenden Kostenberechnung der Brücke. Sie hat die ihr gestellten Aufgaben erfüllt. Die ansprechende Form des Auftragsergebnisses darf über ihre geringe Planungstiefe nicht hinwegtäuschen. Diese Tiefe ist von der einer Entwurfsunterlage, wie sie zur Baurechterlangung bei der Planfeststellungsbehörde einzureichen ist, noch meilenweit entfernt. Die Illusion mancher Laien, es könne auf den zeitaufwendige Teilprozess des Planfeststellungsverfahrens verzichtet oder dieser könne wesentlich abgekürzt werden, kann der Fachmann wegen der doch wesentlich veränderten Betroffenheiten bei einer Elbtunnellösung nicht teilen.

Zu solchen klaren Aussagen im Hinblick auf alle für einen Elbtunnel bisher vorliegenden Planungsunterlagen kommt auch das zur Sichtung und vergleichenden Analyse beauftragte Ingenieurbüro BUNG, das mit seiner Einbindung in die Planung der Warnowquerung Rostock hohe Kompetenz nachweisen kann. Es bestätigt den Status aller vorliegenden Unterlagen in ihrer Begrenzung auf einen Studiencharakter. In der Analyse wird auf die Vielzahl noch zu erarbeitender notwendiger Planungsbestandteile hingewiesen. Die Baukostenschätzung der vom Bauherrn beauftragten Studie (Mehrkosten des Tunnels gegenüber der Brücke etwa 70 Mio€) wird bestätigt. Die Kostanschätzung der Studie der Bürgerinitiative wird als in wesentlichen Teilen unprüfbar und als deutlich unzureichend beurteilt.

Wer wirklich den Elbtunnel statt der Elbbrücke haben will, muss sich neben vielen bereits anderweitig genannten Fragwürdigkeiten einer solchen Volltunnellösung darüber im Klaren sein, dass hierfür noch ein hoher Aufwand an Kosten und Zeit für die Bauvorbereitung erforderlich wird und dass der bereits geleistete hohe Aufwand für die Bauvorbereitung der Elbquerung, den der Steuerzahler zu berappen hat, in den Elbsand gesetzt ist. Er sollte sich auch ein reales Bild machen, wer in der Verfolgung seiner Interessen ehrlich ist und wer lügt.

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Frank Schreier, Dresden, Ich war von Anfang an ein Befürworter der Waldschlösschenbrücke und freue mich, dass die Demokratie gesiegt hat.

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Ute Herzer, Dresden, Brücken gehören in eine Stadt. Ich freue mich schon jetzt auf den wunderbaren Blick von der Brückenmitte aus auf die DD-Silhouette.

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Jörg Reutler, Dresden-Johannstadt, Da sind also die grün/roten Brückenverhinderer mal wieder vor Gericht mit ihren hanebüchnen "Argumenten" gescheitert - gut so.

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U. Aloé, Dresden, Haben sich die Grünen eigentlich schon mal mit dem Wasserbau an und in der Elbe beschäftigt?

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Steffi Walser, Rottenburg, Liebe Brückenbauer, auch im Süden Deutschlands verfolgen wir das heimatliche Geschehen weiter und hoffen sehr, dass die Brücke bald steht.

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